kleines_annchen

28 August 2010

Veränderung im "casa"


„casa“ heißt Haus und damit meine ich das Haus, wo ich wohne. Ich wohne mit „irma“ der katholischen Schwester zusammen, doch es gibt außer unseren Schlafräumen noch zwei weitere. Letzte Woche wohnte noch eine Kolumbianerin Melina einige Tage mit bei uns. Sie möchte in die Brüder- und Schwesterschaft eintreten, welche das u.a. Kinderzentrum leitet. Daher ist ist für einige Zeit in Brasilien. Sie ist jedoch nur 4 Tage geblieben und nun wieder an einem anderen Standort der Brüder- und Schwesterschaft. Mit ihr kam der Brasilianer Evson (auch aus der Verbindung), er bleibt noch bis Sonntag, dann wechselt er ebenfalls den Ort.
Es ist immer ein Kommen und Gehen im „casa“. Dies hat seine guten, aber auch seine schlechten Seiten. Für mich ist es ungewohnt. Ich freue mich aber, wenn viele Leute im Haus sind. Die Tischgespräche genieße ich sehr, jeder hat etwas zu berichten und man kann vom anderen immer soviel lernen!
Seit letzten Montag ist bei Talitha Kum Nicolei ein Jugendlicher aus Deutschland (Aachen). Er macht über eine Organisation ein Jahr Freiwilligendienst. Nicolei wohnt jedoch im Zentrum von Sao Leopoldo in einer Gastfamilie. Er arbeitet Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag mit im Projekt und ich freue mich mit ihm zusammen zu arbeiten.

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projeto Alemanha

Liebe Freunde,
heute erzähle ich euch etwas über mein Deutschlandprojekt. Inzwischen habe ich einen festen Praktikumsplan. Jeden Morgen oder Nachmittag in der Woche gestalte ich mit einer anderen Erzieherin die Gruppenzeit. In dieser Zeit bringe ich den Kindern und Jugendlichen auch etwas über Deutschland bei. Von den Großen (Schulkinder) unterrichte ich jeweils immer 5-10 Kindern, bei den Kleinen bleibe ich immer mit den ganzen Kindern. Insgesamt habe ich sieben verschiedene Gruppen pro Woche. Die Kinder und Jugendlichen sind begeistert und lernen schnell. Es macht mir viel Freude mit ihnen zu arbeiten. Mit den Kleinen lerne ich vorwiegend Lieder, lasse sie ausmalen und mache Spiele. Mit den 3-4 jährigen studierte ich „Alle meine Entchen“ mit Bewegungen, mit den etwas Größeren „Er hält die ganze Welt in seiner Hand“ und lernte einige Vokabeln. Die Schulkinder gestalteten ihr eigenes kleines Büchlein über das Projekt und kopierten Vokabeln. Ich erzählte ihnen einige Fakten über Deutschland (höchster Berg, Bundesländer, Einwohnerzahl, ...) und zeigte ihnen Karten. Beispielsweise ist Rio Grando do Sul nicht so viel kleiner als Deutschland. Nächste Woche bekommen die Großen die Geschichte über den „Schippbogen“ erzählt und die Kleinen lernen einige Früchte.
Am Dienstagnachmittag ist nun immer meine Zeit mit der Sozialpädagogin Suzane. In dieser Zeit kann ich mit zu Sitzung außerhalb, Familienbesuchen von den Kindern, Büroarbeit kennen lernen, meine Fragen los werden, etc. Diese Arbeit interessiert mich sehr und ich bin shcon sehr gespannt, was ich alles lernen darf.

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16 August 2010

meine ersten Wochen

Heute ist Sonntag der 15. August 2010. Ich mag die Sonntage hier. An ihnen kann ich ausruhen, die Woche über liegen gebliebene Sachen machen und Bibellesen.
In den letzten zwei Wochen konnte ich hier viel kennen lernen, vieles Unklares hat sich geklärt, ich konnte Erfahrungen sammeln und Menschen kennen lernen.
Am Montag den 2. August hat mein Semester an der EST mit einem Gottesdienst begonnen. Abends hatte ich dann die erste Vorlesung. Da es an der Universität keinen Studiengang der Sozialen Arbeit gibt, belege ich theologische Kurse. Insgesamt besuche ich drei Stück (Montag abends: Diakonie und Hilfe, Dienstag morgens: Mission und Evangelisation und Mittwoch abends: christliche Erziehung). Die Prüfungen belege ich nur in Diakonie und Hilfe. Das Studieren hier macht mir viel Freude, es ist sehr interessant und spannend. Ich stelle für mich viele Vergleiche mit Deutschland her, erweitere mein Blickfeld. Mit der Sprache komme ich relativ gut zurecht, verstehe viel im Gespräch mit anderen und das Lesen von Fachtexten möchte ich trainieren. An den zwei Abenden, wo ich Unterricht habe, übernachte ich in der Uni, da es zu gefährlich wäre nachts als Mädchen alleine mit dem Bus in meinen Stadtteil zu fahren.
In meinem Praktikum sind letzten Montag (8. August) die Kinder aus den Ferien wieder gekommen. Ich konnte in dieser ersten Woche mit den Kindern einen Einblick in die Struktur und Arbeitsweise bekommen. Hier ist einiges anders, an dieses möchte ich mich für die Zeit hier gewöhnen und als reflektierte Erfahrungserweiterung mit nach Deutschland nehmen. Ein Beispiel: Die Kinder sind „wilder“ und die Erzieherinnen greifen bei Prügeleien erst später ein.
In meiner Praktikumsstelle gibt es sieben Gruppen. Ganztägig sind drei Gruppen da (2-3-jährige, 3-4-jährige, 5-6-jährige). Jede Gruppe besteht aus 15-20 Kindern und besitzt eine Erzieherin. Des weiteren sind Vormittags eine Gruppe von 6-12-jährigen (ca. 18 Kinder) und eine Gruppe von 12-16-jährigen (ca. 20 Kinder) in der Einrichtung. Nachmittags wieder je zwei Gruppen der Altersgruppen, jedoch beide zwischen 20-25 Kinder. Je eine Gruppe hat immer eine Erzieherin. Zu dem normalen Programm gibt es Projekte für jede Gruppe, beispielsweise Caporeia, Singen, Instrumente erlernen (Keyboard, Gitarre und Geige).
Meine Aufgaben werden voraussichtlich sein: unterstützende Betreuung der drei ganztägigen Gruppen der Kleinen, Durchführung eines Deutschlandprojektes für alle Gruppen und Zusammenarbeit mit der Sozialarbeiterin (Unterstützung der Familien von den Kindern). Doch dies wird alles Gestalt in den nächsten Wochen annehmen.
Gestern ist Edson, der Kolumbianer, abgereist. Er wird noch einige Tage in Santa Cruz (RS-Brasil) bleiben und anschließend an Kolumbien zurückgehen. Nun wohne ich mit Schwester Maria José alleine im Haus und unterstütze sie bei den täglichen Hausarbeiten. Über Kontakte konnte ich nun ein Fahrrad bekommen, welches nach einer Reparatur funktionsfähig ist. Darüber freue ich mich sehr!!
Eine lutherische Gemeinde in einem Stadtteil konnte ich auch finden und die letzten zwei Wochenende an ihrem Gottesdienst teilnehmen. Es ist ein kleiner Abzweig anderen Gemeinde und daher sind nicht viele Leute dort. Die ich schon kennen lernen durfte sind sehr offen und herzlich. Ich fühle mich dort wohl. Durch ihre kleine Größe gibt es leider keine Kinder- und Jugendarbeit. Aller zwei Wochen findet der Gottesdienst samstags Abend 19 Uhr statt oder sonntags Vormittag 9 Uhr.
Das Internet kann ich derzeit nur in Uni nutzen, was jeden Montag und Mittwoch sein wird.
Ich wünsche Euch Gottes Segen!
Viele liebe Grüße
eure Anne

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